Dr. Heinrich Hahn

 
Il dottor Heinrich Hahn, Novena e Vita

Novene von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff

Hinführung

"Gehet hin und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt" (Mt 28,19 f).

Diesen Missionsauftrag Jesu hat Heinrich Hahn gehört und ein großes Missionswerk der Kirche gegründet. Er war Familienvater, praktischer Arzt und Kommunalpolitiker; vor allem machte er sich als Laie ein Anliegen der Kirche zu eigen udn gründete einen Verein in der Kirche, in dem viele engagiert und begeistert durch Gebet und Handeln für die Missionstätigkeit der Kirche eintraten.

Im Ruf der Heiligkeit gestorben, kann er uns anregen, dass wir unser Leben bedenken und sein Handeln auf unser Leben beziehen, dass wir fürbittend für andere vor Gott hintreten und uns der Fürbitte von Dr. Heinrich Hahn bei Gott anvertrauen.

Wenn wir sein Leben betrachten, müssen wir bedenken, dass sein Geburtsjahr vor 200 Jahren war. Manches in seiner Sprache und in seinem Lebensstil wird uns fremd vorkommen, aber sein Wirken und seine Anliegen sind heute hochaktuell. Wir brauchen heute Väter, die ihre Familie lieben und ihre Kinder erziehen. Wir brauchen heute Ärzte, die ihren Beruf als Dienst christlicher Caritas besonders an den Armen ausüben. Wir brauchen heute Forscher in der Medizin, die neue Fragen ethischer Verantwortung angehen, wie sich damals Dr. Hahn den neuen Fragen der Psychiatrie oder der sozialpoltischen Rahmenbedingungen des Arbeiterproletariats stellte. Wir brauchen heute Menschen, die in der Politik Verantwortung übernehmen. Wir brauchen heute Leute, die sich ehrenamtlich in Kirche und Gesellschaft zur Verfügung stellen. Wir brauchen heute Christen, die ein waches missionarisches Bewusstsein für die Aufgaben der Kirche haben. Wir brauchen heute Gläubige, die die Eucharistiefeier pflegen, die Anbetung hochschätzen und eine marianische udn missionarische Frömmigkeit pflegen.

Mit dieser kleinen Schrift wird eine Neun-Tage-Andacht vorgelegt, die betend das Beispiel des aufrechten Christen Dr. Heinrich Hahn betrachtet, seine Fürbitte bei Gott anruft und sich betend in die Gemeinschaft der Gläubigen einfügt.

Neun-Tage-Andacht

In einer Neun-Tage-Andacht, Novene genannt, trägt der Christ sein besonderes Anliegen vor den lebendigen Gott. Er tut dies an Wendepunkten seines Lebens, wenn er sich in einer persönlichen Notlage befindet, wenn Krankheit ihn bedrängt, wenn er vor Lebensentscheidungen (Erneuerung des Glaubens, Wahl des Ehepartners, des Priester- oder Ordensberufs, Berufswahl, Einsatz für Menschen) oder wichtigen Ereignissen (Prüfung, Wahl) steht. Er tut dies auch für andere, die sein Gebet gebrauchen: für Eltern, für den Ehepartner, für Kinder und Freunde. Die Andacht kann in Gemeinschaft oder allein gebetet werden.

Die Novene ist vorgebildet im gemeinsamen Gebet der Apostel mit der Gottesmutter in den neun Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten. In der Apostelgeschichte heißt es: "Sie verharrten einmütig im Gebet" (Apg 1,14), in Erwartung des Geistes Gottes, der auf sie herabkommen sollte.

Das Gebet richtet sich an Gott, den Vater, durch Jesus Christus im Heiligen Geist. Wir dürfen uns um ihre Fürsprache auch an die wenden, die vorbildlich ihren Glauben gelebt haben: die Heiligen und die, die nach unserer Überzeugung heiligmäßig gelebt haben und deren Seligsprechungsprozess eingeleitet ist. Die Kirche als Gemeinschaft der Heiligen bildet die eine Familie Gottes.

In dieser Novene erbitten wir die Fürsprache von Dr. Heinrich Hahn bei Gott und möchten durch die Betrachtung seiner Worte und Taten Mut für unser christliches Leben und für eine misssionarische Kirche schöpfen. Dabei wollen wir nicht dem Urteil der Kirche vorgreifen, ob er ein Seliger ist, sondern in Demut unserer Verehrung Ausdruck geben und seine fürbittende Hilfe für unser Leben erflehen. Wer im Gebet erhört wurde und dies der Fürbitte von Dr. Heinrich Hahn zuschreibt, möge das berichten an Weihbischof Dr. Johannes Bündgens, johannes.buendgens@bistum-aachen.de .

Erster Tag

Im Dienst an den Kranken

"...Wniger mit bürgerlichen Ehren umgeben, aber nicht weniger wohltätig, wenn er im christlichen Sinne ausgeübt wird, ist der Stand des Arztes. Der christliche Arzt tritt an das Krankenbett von dem Gedanken durchdrungen, dass sein Beruf ein Beruf der christlichen Liebe ist. Nicht das Geldinteresse, nicht das Interesse seiner Ehre bilden das Motiv seines Tuns und Lassens, nicht die böse Absicht, seinen Kollegen zu schaden, lauert hinter seiner Rede, sondern lediglich das Wohl des Kranken leitet seine Handlungen und legt ihm Worte des Trostes, der Aufmunterung und der herzlichsten Teilnahme auf die Zunge. Er kennt keinen Unterschied zwischen Armen und Reichen, zwischen Gebildeten und Ungebildeten, zwischen Guten und Bösen. Wie die Sonne ihre erwärmenden und belebenden Strahlen ohne Unterschied über alle Menschen ausgießt, so dringen auch die Strahlen seiner milden und heilsamen Wirksamkeit in die Hütten der Amren wie in die Pläste der Reichen, überall wohltuend, tröstend, erhebend, belehrend und, wo möglich, helfend. Zwar ist er durch seinen Beruf zunächst zur Erteilung des ärztlichen Rates hingewiesen. Soviel aber seine Stellung und die Umstände es irgend erlauben, bestrebt er sich auch mit Schonung und Liebe, dem Kranken Geduld, Ergebung in den Willen Gottes und wahrhaft christliche Gesinnungen einzuflößen. In dieser Weise reiht sich sein Wirken an die Wirsamkeit des Seelsorgers, dessen Bemühungen er unterstützt. Jedenfalls sorgt er namentlich bei katholischen Kranken mit ängstlicher Gewissenhaftigkeit, dass der Tod sie nicht überrrascht, bevor sie mit den heiligen Sakramenten der Sterbenden versehen worden seien."

(Aus Heinricht Hahn. Die christliche Liebe, ungedrucktes Manuskript)

Heinrich Hahn war ein Arzt, der sich unermüdlich für die Kranken einsetzte, besonders den Armen ein Freund und Helfer war und Politik und Medizin auf die elenden Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse aufmerksam machte. Auch bei der Choleraepidemie war er Tag und Nacht für die Leidenden da. Er sah die seelischen Nöte und die religiösen Bedürfnisse seiner Patienten. Er verstand seinen ärztlichen Beruf als humanitären und karitativen Dienst.

  • Wir bitten Gott um Ärzte, die sich um Leib und Seele ihrer Patienten kümmern, das soziale Umfeld sehen und ihre ärztliche Kunst zum Heilen und Helfen gebrauchen.
  • Wir bitten Gott um gute Schwestern, Pflegekräfte, Helferinnen und Helfer in unseren Krankenhäusern und Pflegehospizen, in Altenheimen, Caritas-Pflegestationen und Gesundheitszentren.
  • Wir bitten Gott um Menschen im Dienst an den Kranken, die aus humanitären und religiösen Motiven helfen.
  • Wir bitten um helfende Hände, gerade für die Armen udn Leidenden dieser Erde, für die unheilbar Kranken und Sterbenden.
  • Wir bitten Gott auf die Fürsprache des Arztes Dr. Heinrich Hahn, dass er unseren Kranken Mut zum Leben und, wo es sein Wille ist, Mut zum Sterben gibt.

Vater unser - Gegrüßet seist du, Maria - Ehre sei dem Vater - Gebet um Seligsprechung

Zweiter Tag

Als Vater der Familie gerufen

"Teure Maria! Bei Deinem Scheiden aus unserer Mitte ist unser Herz beklommen und doch danken wir dem lieben Heilande, dass er Dich auserkoren zu seiner Braut, dass Du berufen bist, mit ihm zu arbeiten an der Erziehung des neuen Menschen, mit ihm zu bauen an seiner heiligen Kirche und, o süße Hoffnung, ringt nach vollbrachter Arbeit mit ihm verherrlicht zu werden!

Empfange dann, o liebe Maria, mit kindlichem Vertrauen den Segen, den ich bei dieser Trennung über Dich herabflehe. Der Herr begleite Dich auf all Deinen Wegen; er verleihe Dir Fähigkeiten und Tugenden, wie sie Deinem Berufe angemessen sind; er segne das Haus, welches Dich aufnimmt, und die Kinder, die Du ihm erziehen sollst; er verleihe Dir Beharrlichkeit und Treue in Deinem schönen, aber schwierigen Berufe, Geduld in Widerwärtigkeiten und Leiden, und nach diesem kurzen, irdischen Leben die ewigen Freuden im Himmel! Amen.

Liebe Maria! Behalte in besonders frommen Andenken Deine gute Mutter, die Deine Wiege mit liebervoller Sorgfalt umgeben und Dich unter mancherlei Schmerzen und Ängsten großgezogen hat. Gedenke auch täglich im Gebete Deiner lieben Geschwister und Großeltern. Du weißt, dass ich im häufigen Verkehre mit der Welt des Gebetes mehr als irgendjemand bedarf: Du wirst mir die Hälfte Deines Gebetes immer entbehren lassen. Gelobt sei Jesus Christus."

(Aus einem Brief von Dr. Heinrich Hahn an die Tochter Maria, die ins Kloster Blumenthal geht, 12.09.1855)

Dr. Heinrich Hahn war fest in die Familie eingebunden. Er verehrte seinen Vater zeit seines Lebens und suchte dessen Rat und Segen. Er liebte seine Frau und seine zehn Kinder. Er erzog sie streng und gütig. Er liebte Spiel und Scherz. Er lebte den Glauben in Familie und Beruf, in Treue zur Kirche und erzog die Kinder zu tüchtigen Menschen und gläubigen Christen. Er freute sich über die Berufung seiner Töchter zum Ordensleben.

  • Wir bitten Gott um Familienväter, die ihre Aufgaben in Ehe und Familie ernst nehmen, die sich Zeit für Frau und Kinder nehmen, die zu Spiel und Erziehung aufgelegt sind, die die humanen, sittlichen und religiösen Kräfte der Kinder entfalten und ihr Leben aus dem Glauben gestalten. In einer vaterlosen Zeit, in der es so viele kinderlose Ehepaare und ehelose Kinderpaare gibt, sind Väter gefragt, die Berufs- und Familienarbeit partnerschaftlich zu teilen bereit und befähigt sind.
  • Wir bitten Gott auf die Fürsprache von Dr. Heinrich Hahn um Ehemänner und Familienväter, die ihre Aufgaben in Ehe und Familien, in Erziehung und Spiel, in Freizeitgestaltung und Familienkultur erfüllen.

Vater unser - Gegrüßet seist du, Maria - Ehre sei dem Vater - Gebet um Seligsprechung

Dritter Tag

In politische Verantwortung gestellt

In den ungesunden Arbeiterwohnungen der Fabrikstädte sieht Dr. Hahn die Hauptursache der Tuberkulose. "Dort verfaulen gleichsam zahlreiche Familien in engen, oft feuchten oder dunklen, stinkenden Gelassen. Jede Familie hat nur ein Zimmer, das gleichzeitig Küche, Wohnstube und gemeinsames Schlafzimmer ist. Die Eltern schlafen gewöhnlich auf einem elenden Lager, und die Kinder liegen hier und dort auf dem Boden ausgestreckt oder höchstens auf einem Bund Stroh. Wir waren mehr als einmal Zeuge einer solch traurigen Lage. Ja, wir haben bis drei Familien zusammengedrängt gesehen, in einer einzigen Kammer, in der Kreidestriche am Boden die Grenzen der Wohnungen bezeichneten." Die Luft in diesen Elendslöchern, in denen oft auch Hunde und Katzen liegen, sei "von Ausdünstungen, von Urin und Exkrementen verpestet". "Deshalb sieht man die zahlreichen Kinder dieser armen Familien, die solche Klüfte bewohnen, früh mit skrofulösen und tuberkulösen Leiden behaftet. Nur wenige von ihnen erreichen das Erwachsenenalter ... Es wäre zu wünschen, dass die Regierungen energische Maßnahmen treffen, um der Arbeiterklasse gesunde Wohnungen zu verschaffen. Das würde Tausenden Kindern, die jetzt langsam vergiftet kläglichst zugrunde gehen, Gesundheit und Leben sichern."

(Aus Heinrich Hahn. Die Menengitis tuberculosa, vom klinischen Gesichtspunkt betrachtet, franz. 1853, dtsch. 1857)

Dr. Hahn hatte als Armenarzt das Elend der Arbeiterschaft gesehen, die beengten, ungesunden Wohnverhältnisse, die Krankheiten und Seuchen in den Familien, die mangelnde Ernährung, Bildung und Erziehung. All das bedrängte ihn, von den untersten Schichten in den Aachener Stadtrat gewählt, vor allem für das Gesundheitswesen und die Schulbildung der ärmeren Klassen einzutreten und Gerechtigkeit für alle zu fördern. Er holte Ordensfrauen für Schulen, Krankenhäuser und soziale Dienste in die Stadt und verteidigte die Rechte der Kirche.

  • Wir bitten Gott um Frauen und Männer, die in der Politik der Rathäuser, Kreistage und Parlamente dem Menschen dienen und den Benachteiligten helfen, das Gesundheitswesen, Schulbildung und Kultur fördern und die demokratischen Spielregeln und humanitären Menschenrechte achten.
  • Wir bitten Gott auf die Fürsprache von Dr. Heinrich Hahn um Volksvertreter, die Recht und Gerechtigkeit fördern und Freiheit und Frieden lieben.

Vater unser - Gegrüßet seist du, Maria - Ehre sei dem Vater - Gebet um Seligsprechung

Vierter Tag

Im ehrenamtlichen Einsatz

"Seit einem halben Jahrhundert sieht die Stadt Aachen in ihren Mauern einen ihrer Söhne wandeln, von dem in Wahrheit gesagt werden kann, was von unserm höchsten Vorbild und Meister geschrieben steht: 'Er ging umher in Wohltun und Heilen, denn Gott war mit ihm.' War er ja auch stets mit Gott, ein katholischer Christ von alter, echter Art, ein Mann des Glaubens."

Nach Aufzähllung seiner Verdienste um Staat und Kirche heißt es von den Frauenklöstern: "Sie alle haben unter den Laien keinen tätigeren Gönner ihrer kichlichen Anstalten, keinen kräftigeren Förderer ihrer gemeinnützigen Zwecke, selbst keinen treueren Pfleger der Gesundheit ihrer Mitgieder gefunden ... Alle diese Häuser der Barmherzigkeit bezeugen ihn durch ihre unterschriebenen Oberinnen, dass er sich um sie alle insgesamt und um jedes insbesondere durch Rat und Tat hochverdient gemacht, dass er zur Erhaltung der ältern, zur Gründung der jüngern ernstlich mitgewirkt hat."

(Aus der Glückwunschadresse der zehn Frauenorden Aachens an Dr. Heinrich Hahn 1872)

Dr. Heinrich Hahn engagierte sich im Ehrenamt auf vielen Gebieten, vor allem in kirchlichen Vereinen und Bruderschaften: Borromäusverein zur Verbreitung guter Bücher, Verwaltungsrat des Klosters der Schwestern vom Guten Hirten, Unterstützung der neuen Kongregationen der Armen-Schwestern des hl. Franziskus und der Schwestern vom armen Kinde Jesus sowie der Ursulinen am St. Leonhard-Institut, Sorge um das Josephinische Institut und die Vinzenzkonferenz, Schulvorstand und Kirchenvorstand St. Adalbert, Bürger- und Wahlverein Constantia, Karlsverein für den Aachener Dom, Pius- und Michaelsverein, Taubstummenverein und Hilfskomitee der Johanniter-Malteser-Genossenschaft, Katholische Krankenanstalt für Rheinländer und Westfalen in Berlin, Sakramentsbruderschaft St. Foillan, Marianische Kongregation. Er zeigt, wie sehr Laien im apostolischen Einsatz wirksam sein können für das Wohl der Menschen und für eine gute Sache.

  • Wir bitten Gott für alle, die ehrenamtlich in Kirche und Gesellschaft Aufgaben übernehmen, um den Menschen zu dienen und für gute und berechtigte Anliegen einzutreten, die fähig und bereit sind, ihren Beitrag zu leisten für junge, kranke und bedürftige Menschen, die die Gottes- und Nächstenliebe wirklich leben.
  • Wir bitten Gott auf die Fürsprache von Dr. Heinrich Hahn um im Ehrenamt engagierte Menschen, die aus Gottes- und Nächstenliebe im Einsatz für das Evangelium den Menschen dienen.

Vater unser - Gegrüßet seist du, Maria - Ehre sei dem Vater - Gebet um Seligsprechung

Fünfter Tag

Aus der Kraft des Glaubens

"Unter diesen Gebieten ein weniger ins Auge fallendes, das aber vielleicht der fruchtbarste Boden Ihrer vielen guten Werke war - das ist ein in unserer alten St. Foillans-Pfarrkirche seit viereinhalb Jahrhunderten angepflanzter Gebets- und Wohltätigkeitsverein: die Bruderschaft vom Allerheiligsten Altarsakramente ... Dies Andachts- und Liebesbündnis haben Sie, verehrter Herr, seit vielen Jahren mit Eifer gepflegt und stehen an der Spitze desselben, Ihren zahlreichen Mitbrüdern mit der Fackel glänzenden Beispiels vorleuchtend. Und wer weiß, ob die reichlichen Früchte Ihrer langen und gesegneten Wirksamkeit, auch Ihrer bewährten Heilkunde, nicht ursprünglich diesem Quellboden entflossen sind?"

(Aus der Denkschrift zu seiner 50-jährigen Mitgliedschaft in der Sakramentsbruderschaft an St. Foillan zu Aachen 1881)

Dr. Heinrich Hahn lebte aus der Kraft des Glaubens. Trotz seiner zeitraubenden Pflichten im ärztlichen Beruf und in ehrenamtlicher Tätigkeit besuchte er jeden Morgen früh die hl. Messe, empfing wenigstens jeden Sonntag die hl. Kommunion und pflegte die eucharistische Anbetung. Gern betete er in Verehrung der Muttergottes den Rosenkranz. Er stand fest im Glauben der Kirche und war dem Heiligen Vater in Rom, dem Erzbischof in Köln und seinem Pfarrer zutiefst verbunden. Der Glaube war ihm Quelle der Kraft für sein Leben in FAmilie, Beruf und Ehrenamt. Er war auch Triebfeder seines missionarischen Einatzes.

  • Wir bitten Gott um Menschen, die aus der Kraft des Glaubens leben, die die eucharistische Frömmigkeit pflegen und die Glauben und Leben zu einer überzeugenden Gestalt der Nachfolge verbinden.
  • Wir bitten Gott auf die Fürsprache von Dr. Heinrich Hahn um Glaube, Hoffnung und Liebe, um eucharistische Gemeinschaft und Anbetung Gottes, um rechte Marienverehrung und Liebe zur Kirche.

Vater unser - Gegrüßet seist du, Maria - Ehre sei dem Vater - Gebet um Seligsprechung

Sechster Tag

In den politischen Umbrüchen des Lebens

"Freiheit der Kirche, Freiheit des Unterrichts, Freiheit der Assoziation!"

(Motto Dr. Hahns für seine parlamentarische Tätigkeit)

"... Bei den eben abgehaltenen Stadtrat-Wahlen hat die hiesige Königliche Regierung noch in weit auffallenderer WEise gegen die katholische Majorität der Bevölkerung Partei ergriffen. Die Katholiken, obschon sie sich bei diesen Wahlen meistens des Sieges erfreuen, haben doch stets den übrigen Konfessionen die schuldige Rechnung getragen, indem sie es nicht unterlassen haben, eine angemessene Anzahl evangelischer Einwohner und einen Juden in den Stadtrat zu wählen."

(1861 an Königin Augusta Victoria)

"Der Redner schildert lebendig die elende Lage des vierten Standes, die er in seinem Beruf als Arzt genau kennt, und weist hin auf die schweren Schäden dieser Zustände für das Staatsleben. Er kommt zu dem Schluss, das Ergebnis der Gewerbeordnung ist: Verarmung der großen Masse zugunsten des Vorwärtskommens einzlener Leute, Rückgang der Volksgesundheit, sinkende Sittlichkeit, endlich ein Rückgang der Steuerfähigkeit."

(Rede vor dem Berliner Abgeordnetenhaus am 6.5.1861)

Dr. Heinrich Hahn lebte in einer Zeit der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche: Französische Besatzung, preußisches Regiment, Revolutionen von 1830 und 1848, Kölner Wirren 1837 und Kulturkampf gegen die katholische Kirche ab 1871, Industrieproletariat und kommunistische Bewegung von Marx und Engels, Sozialkatholizismus und Mainzer Bischof von Ketteler, Zentrumspartei, Katholikentage, katholische Presse und Bischofskonferenz sind Stichworte. Dr. Hahn gestaltet politisch mit in Gesundheits- und Schulwesen, in Sozialpolitik und Vereinswesen. Gerade im Missionsverein kämpft er gegen nationalistische Enge und für katholische Weite.

  • Wir bitten Gott um Frauen und Männer, die die Zeichen der Zeit erkennen und in ihrem sozialpolitischen Handeln christliche Grundsätze vertreten, die für Freiheit und Gerechtigkeit einstehen und Frieden in der einen Welt bewirken wollen.
  • Wir bitten Gott auf die Fürsprache von Dr. Heinrich Hahn um die Befähigung zu sozialer Liebe und Gerechtigkeit in den politschen, wirtschaftlichen und kulturellen Umbrüchen unserer Zeit.

Vater unser - Gegrüßet seist du, Maria - Ehre sei dem Vater - Gebet um Seligsprechung

Siebter Tag

Der zündende Funke

"Kleine Beiträge, aber von vielen; täglich ein kurzes Missionsgebet, aber von Millionen."

(Pauline-Marie Jaricot)

Hahn schildert die opfervolle und erfolgreiche Arbeit von Missionaren in Nordamerika und in Asien und fragt: "Wie werden wir uns nun gegen diese Männer verhalten? Werden wir ihnen sagen: In unserem eigenen Lande haben wir Arme zu verpflegen, Unwissende zu blehren, kirchliche und Unterrichtsanstalten zu gründen und zu unterhalten; dazu, und nur dazu verwenden wir unsere Gaben? Oder werden wir nicht vielmehr eingestehen müssen, dass die Christen als solche nur einen gemeinschaftlichen Vater haben, der da ist Gott, und eine Mutter, die katholische Kirche, die uns alle aus ihrem Schoß geboren, dass wir also in dem Sinne nur ein gemeinschaftliches Vaterland anerkennen müssen, und das, indem wir unsere Verwandten und Landsleute bei Verteilung unserer Almosen reichlich bedenken, wir auch entfernt Bedrängte nicht vergessen dürfen? Dergleichen Betrachtungen haben in uns den Wunsch rege gemacht, dem wirksamsten dieser Vereine beizutreten."

(Aus einem Brief Dr. Hahns an Erzbischof von Spiegel 1834)

Dr. Heinrich Hahn hatte bei einem Krankenbesuch in Belgien ein Missionsjahrbuch gesehen und den Missionsverein der Pauline-Marie Jaricot kennen gelernt. Er war von der Idee begeistert, die katholischen Missionen in aller Welt durch tägliches Gebet und regelmäßige Spenden zu unterstützen, um Menchen für Christus und sein Reich zu gewinnen. Gegen alle Widerstände gründete er den Franziskus-Xaverius-Verein zur Unterstützung der Missionen und warb in Deutschland für ein neues missionarisches Bewusstsein. Er erkannte hierin einen Auftrag für das Laienapostolat und hat in lebenslangem Engagement ein Werk geschaffen, das heute in fortlebt und im Missionswerk der Kinder (Sternsingeraktion) seinen Partner hat; Misereor, Adveniat und Renovabis sind zeitgemäße Neugründungen, die die weltweite Verantwortung der deutschen Katholiken deutlich machen.

  • Wir bitten Gott um Frauen und Männer, die in Mission, Entwicklung und Frieden lebenserfüllende Aufgaben sehen, die die christliche Botschaft zu den Menschen tragen und junge Kirchen bilden, die in der Kraft des Evangeliums Gesundheitswesen und Bildung, Politik und Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft gestalten. Wir bitten Gott um Menschen, die durch Gebet und Spenden das missionarische Wirken der Kirche unterstützen.
  • Wir bitten Gott auf die Fürsprache von Dr. Heinrich Hahn um missionarischen Geist, dass wir das Evangelium von der Liebe Gottes zu allen Menschen tragen und in Gebet und Arbeit diesen Geist der Liebe Gottes verbreiten.

Vater unser - Gegrüßet seist du, Maria - Ehre sei dem Vater - Gebet um Seligsprechung

Achter Tag

Vom missionarischen Geist beseelt

"Die Kirche ist von Christus gesandt, die Liebe Gottes allen Menschen und Völkern zu verkünden und mitzuteilen; sie ist sich bewusst, dass noch eine ungeheure missionarische Aufgabe vor ihr liegt ..." (Nr. 10)

"Da die ganze Kirche missionarisch und das Werk der Evangelisation eine Grundpflicht des Gottesvolkes ist, lädt die Heilige Synode alle zu einer tiefgreifenden Erneuerung ein, damit sie im lebendigen Bewusstsein der eigenen Verantwortung um die Ausbreitung des Evangeliums ihren Anteil am Missionswerk bei den Völkern übernehmen" (Nr. 35)

(Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche "Ad gentes")

Dr. Heinrich Hahn ist sich seiner missionarischen Verantwortung bewusst geworden und hat in einem 50-jährigen Engagement das Verantwortungsbewusstsein der katholischen Christen für die Missionstätigkeit der Kirche zu wecken und zu entfalten gesucht. Er warb um Gebet und Spenden. Er wusste, dass Begeisterung dazu gehört, die gute Botschaft Jesu in aller Welt weiterzusagen und die Liebe Gottes in Wort und Tat zu leben. Er war überzeugt, dass das Evangelium Jesu Christi die Kulturen und Völker und die Lebenswelt der Menschen durchdringen muss. Dafür warb er, dafür setzte er sich ein.

  • Wir bitten Gott um die Missionarinnen und Missionare aus unserem Bistum, die in der weiten Welt die Liebe Gottes vorleben und apostolische Tätigkeiten in Gesundheitswesen und Erziehung, in Verkündigung und Seelsorge, in Caritas und Entwicklungshilfe entfalten.
  • Wir bitten ihn für alle, die für Mission, Entwicklung und Frieden arbeiten, damit die Menschen das Evangelium der Liebe Gottes verstehen, wertschätzen und leben.
  • Wir bitten Gott auf die Fürsprache von Dr. Heinrich Hahn um ein lebendiges missionarisches Bewusstsein in unseren Gemeinden, um einen frohen und ansteckenden Glauben, um das Tun der Liebe, um den Geist des Gebetes für eine bessere Welt, die an Jesus Christus glaubt.

Vater unser - Gegrüßet seist du, Maria - Ehre sei dem Vater - Gebet um Seligsprechung

Neunter Tag

Ergeben in Gottes heiligen Willen

"Herr, Dein Wille geschehe."

"Es ist gut, weil es der liebe Gott will."

"Nur durch den Tod können wir zur Anschauung Gottes gelangen; deshalb wollen wir sterben."

"Christus, meine Hoffnung! Komm, o komm, mein Jesus."

"Gekreuzigter Jesu, führe sie alle in Deine Wohnungen ... im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

(Worte von Heinrich Hahn vor seinem Sterben)

Dr. Heinrich Hahn starb im Alter von 82 Jahren an einer schmerzhaften Lebererkrankung. "Jetzt sehe ich, was der Mensch ist, ich habe es nicht gewusst!", sagte der erfahrene Arzt. Jeden Abend betete er: "In te, Domine, speravi: non confundar in aeternum (Auf Dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt: ich werde nicht zuschanden werden in Ewigkeit)", wobei er bemerkt, auch der hl. Franz Xaver habe diese Worte sterbend gebetet. Geduldig und demütig nahm er seinen Tod an.

  • Wir bitten Gott um Helferinnen und Helfer in Leiden und Sterben, um Menschen, die uns gut sind und guttun, wenn nichts mehr hilft. Wir beten für alle, die in Krankenhäusern, Altenheimen und Hospizen Menschen im Sterben begleiten.
  • Wir beten für alle, die einsam und verlassen sterben, die langsam dahinsiechen und die plötzlich aus dem Leben gerissen werden.
  • Wir bitten Gott auf die Fürsprache von Dr. Heinrich Hahn, dass im Sterben gute und befreundete Menschen um uns sind, Helferinnen und Helfer, die den Schmerz lindern, Seelsorger, die mit uns beten, Engel, die uns in die andere Welt Gottes geleiten.

Vater unser - Gegrüßet seist du, Maria - Ehre sei dem Vater - Gebet um Seligsprechung

Gebete

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Gegrüßet seist du, Maria,
voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Ehre sei dem Vater
und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit. Amen.

Gebet um die Seligsprechung
des Dieners Gottes Dr. Heinrich Hahn
Gott, du willst, dass alle Menschen gerettet werden
und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.
Du willst, dass deine Kirche in Wort und Tat
das Evangelium deiner Liebe unter den Völkern verkünde.
Wir danken dir, dass du uns in Dr. Heinrich Hahn
einen Gründer des Misssionswerkes der Kirche geschenkt hast,
der als Familienvater und Arzt der Armen,
als politisch verantwortlicher und
ehrenamtlich engagierter Mensch vorbildlich gewirkt hat.
In Demut bitten wir dich:
Gib deinem Diener Heinrich Hahn
Anteil an deiner Herrlichkeit
und schenke uns die Gnade,
ihn bald öffentlich als Seligen des Himmels
verehren zu dürfen,
damit wir dich um seines missionarischen Wirkens willen preisen.
Mir aber und allen,
die im Vertrauen auf seine Fürsprache zu dir rufen,
gewähre dein Heil durch Christus, usneren Herrn.
Amen.

 

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