Liebe Mitglieder unserer Pfarrgemeinden St. Anton, St. Georg und St. Gertrudis! Unser Kirchgeldverein besteht nun im vierten Jahr, sodass es uns wichtig ist, Sie über die Erfolge dieser Spendengemeinschaft zu informieren, aber auch die Probleme aufzuzeigen, die sich in der Zwischenzeit eingestellt haben.
Zuerst möchten wir noch einmal an den Grund erinnern, der uns 2003 veranlasst hat, einen Kirchgeldverein zu gründen. Bis zum Jahr 1998 prüfte das bischöfliche Generalvikariat sehr sorgfältig, wie viel des jährlichen Haushaltes die einzelnen Pfarrgemeinden aus eigenen Einkünften (z. B. Mieten, Pacht, Zinsen) bezahlen können. Danach wurde der Zuschuss berechnet, den die Pfarre aus Kirchensteuermitteln erhält, um den Haushalt auszugleichen. Auf diese Weise erhielt z. B. die Kirchengemeinde St. Georg, Amern, im Jahr 1998 etwa 128.400 Euro. Vom 1. Januar 1999 erhalten die Pfarrgemeinden die sogenannten Schlüsselzuweisungen, die sich nach der Anzahl der Pfarrmitglieder berechnet. Wenn man die Bedarfszuweisung (bis 1998) und Schlüsselzuweisung (ab 1999) miteinander vergleicht, so zeigt sich, dass mit der Umstellung von Bedarfs- auf Schlüsselzuweisung eine beträchtliche Kürzung der Zuweisung aus Kirchensteuermitteln verbunden ist: Der Pfarrgemeinde St. Georg z. B. standen 1999 nur noch 94.800 Euro, also 24% weniger zur Verfügung. Dieser Trend setzt sich bis heute fort: 2003 gab es vom Bistum noch 91.300 Euro. Im Jahr 2007 wird dann der bistümliche Zuschuss nicht mehr 56.600 Euro betragen, also lediglich 56% der Bedarfszuweisung von 1998. Obwohl die Kirchensteuereinnahmen des Bistums lange nicht in diesem Maße zurückgegangen sind, müssen die Pfarrgemeinden vor Ort einen übermäßigen Anteil zur Sanierung der Bistumsfinanzen leisten, ohne dass die Verantwortlichen in den Pfarrgemeinden gegen diese ungerechte Behandlung etwas unternehmen können. Sie erinnern sich sicherlich an das Aufsehen, das die Gründung des Kirchgeldvereins im Jahr 2003 erregte. Doch die Verantwortlichen unserer Pfarrgemeinden haben die oben beschriebene Entwicklung vorausgesehen, sich nicht beirren lassen und damit den Weg bereitet, unsere Pfarren finanziell auf eigene Füße zu stellen und uns unabhängiger von Bistumszuweisungen zu machen: In der Zwischenzeit sind viele unserem Beispiel gefolgt; wie alle über 60-Jährigen bereits gemerkt haben, hat unser Bistum sogar die Ausbildung eines diözesanen „Fundraisers“ („Spendenauftreibers“) bezahlt. Bischof Klaus Hemmerle hat einmal für unsere Kirche gefordert, dass sie „in Rufweite“ bleiben muss. Das ist unser seelsorgliches Anliegen im Pfarrverband Schwalmtal. So haben wir trotz der Reduzierung von Personal unser Pfarrbüro an der Dorfstraße besucherfreundlich aufgehalten: täglich von 8 bis 12 und 14 – 16 Uhr (außer dienstagnachmittags). Wir werden auch weiter unsere Kirchen angemessen heizen, obwohl der Liter Heizöl 1998 16 Cent, 2006 jedoch über 50 Cent kostet. Wir überlegen sehr genau, wofür wir unser Geld ausgeben: Vorrang hat die Seelsorge! Das gilt auch für unsere Kindergärten. Nachdem uns das Kreisjugendamt aufgetragen hatte, eine der drei Gruppen in kirchlicher Trägerschaft in Amern bzw. Dilkrath zu schließen, haben alle Beteiligten einer Lösung zugestimmt, in Amern und Dilkrath ein katholisches Trägerangebot zu erhalten, eine Entscheidung, die für die Pfarrgemeinde St. Georg keine Mehrausgaben nach sich zieht. Der Kirchgeldverein, dem sich die Pfarrgemeinden St. Anton, St. Georg und St. Gertrudis angeschlossen haben, entwickelt sich eigentlich erfolgreich. – Sein Ziel ist es, die Fehlbeträge in den geprüften Kirchenrechnungen auszugleichen, und zwar solidarisch, d. h. unabhängig von den Einzahlungen erhalten St. Anton, St. Georg und St. Gertrudis das Geld, das sie benötigen. Bisher haben unsere Sparmaßnahmen so gegriffen, dass wir noch nicht auf unsere Rücklagen im Kirchgeldverein zurückgreifen mussten. Aber ab dem 1. Januar 2007 haben wir eine Kürzung von über 18% aus Kirchensteuermitteln zu verkraften. Diese Minderzuweisung können wir nicht mehr durch Einsparungen ausgleichen: Hier muss der Kirchgeldverein helfen, und das bedeutet, dass wir Sie erneut um Ihre Hilfe bitten. Unsere Rücklagen umfassen ca. 66000 EURO. Diese beträchtliche Summe wurde durch die etwa 200 Mitglieder des Kirchgeldvereins auf verschiedene Arten aufgebracht: durch den jährliche Bankeinzug einer bestimmten Summe, durch die jährliche Überweisung eines bestimmten Betrages, durch Spendentütchen, die das Jahr über abgegeben wurden und durch Zuweisungen, die bei frohen und traurigen Anlässen zu Gunsten des Kirchgeldvereins erbeten wurden. Um auf der sicheren Seite beim Finanzausgleich durch den Kirchgeldverein zu sein, wäre es sehr wünschenswert, wenn wir das Ergebnis von 2004 Jahr für Jahr erzielen könnten. Die Arbeitsgruppe (die drei Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte, die stellvertretenden Vorsitzenden der Kirchenvorstände, die Pastöre Aymanns und Kursawa, Frau Monika Paschmanns als nicht stimmberechtigte, ehrenamtliche Sekretärin), die die Gelder des Kirchgeldvereins verwaltet, denkt natürlich nicht daran, den bisherigen Mitglieder höhere Beiträge zuzumuten. Vielmehr werben wir mit diesem Informationsschreiben um neue Mitglieder, die durch regelmäßige Spenden die jährlichen Einnahmen des Kirchgeldvereins sichern helfen. Zum Abschluss noch ein Wort zu den vier „Verwaltungszentren“ im Bistum Aachen, von denen Sie vielleicht in der Presse gelesen haben. Die Bistumsleitung will diesen Zentren ausgewählte Bereiche der verwalterischen Tätigkeiten in den einzelnen Pfarrgemeinden übertragen. Dafür sollen die Kirchengemeinden weitere 8,1% ihrer Kirchensteuerzuweisungen bezahlen; in unserem Beispiel St. Georg wären dies weitere 7.400 Euro, sodass die jährliche Zuweisung aus Kirchensteuermitteln dann nur noch 49.200 Euro betragen würde. Damit können wir unsere Pfarrbüros nicht mehr aufrecht erhalten. Die allgemeine Erfahrung zeigt: Große Behörden machen die Verwaltung nicht einfacher und effektiver, sondern komplizierter und langwieriger. Das entspricht auch der Erfahrung unserer kleinen wirkungsvollen Pfarrbüros mit der bischöflichen Verwaltung: Ein Vorgang, den wir in Tagesfrist bearbeiten, liegt oft Wochen zur Bearbeitung in Aachen. Somit befürchten wir zu Recht, dass durch die Verwaltungszentren all das noch umständlicher werden wird, zumal diese Zentren nur den geringeren Teil der verwalterischen Tätigkeiten vor Ort übernehmen. Für die vielfältigen Aufgaben von Organisation und Koordination in den Pfarrbüros fehlt es dann an geschultem Personal, das den Priestern zuarbeitet. Aus diesem Grund ist der Pfarrverband Schwalmtal den Verwaltungszentren nicht beigetreten. Wir sind der Überzeugung, das wir die Verwaltung vor Ort besser, preiswerter und menschennaher durchführen können. Durch Ihren Beitritt zum Kirchgeldverein können Sie uns im Widerstand gegen eine Entwicklung in unserem Bistum stärken, die Kirche und Menschen einander entfremdet. Noch Fragen? – Die Mitglieder unserer Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände, die Mitarbeiterinnen unserer Pfarrbüros und natürlich auch die Pastöre stehen Ihnen zum Gespräch zur Verfügung; auch die aktualisierte Broschüre „Die Kirche muss im Dorf bleiben“ ist im Pfarrbüro erhältlich. In der gemeinsamen Sorge um das lebendige kirchliche Leben vor Ort grüßen wir Sie herzlich
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