3. Gebäude (Langfassung)
3 Gebäude
3.1 Pfarrsaal
Das nördlich ans Pfarrhaus angrenzende Gebäude (heute der Pfarrsaal) war
total heruntergekommen und in einem desolaten, und nicht mehr verwendbaren
Zustand. Das Gebäude stand auf der Abbruchliste. Allen Unkenrufen zum Trotz
wagte aber unsere Pfarrgemeinde dennoch in den Jahren 1965/66 einen Ausbau und
eine Umgestaltung zu einem zweckmäßigen Pfarrsaal. Obwohl die meisten Arbeiten
in Selbsthilfe erfolgten, kostete die Renovierung immer noch 48.000 DM. Am 19.
März 1966 konnte das restaurierte Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden.
Bereits 1976 erfolgte eine neue Renovierung des Saals; von den Kosten in Höhe
von 12.000 DM übernahm das Bistum ¾.
| Kosten für die Arbeiten am Pfarrsaal in
DM |
|
Art der Arbeit |
Pfarre |
Bistum |
gesamt |
|
Renovierung 1963/64 |
|
|
48.000,- |
|
Renovierung 1976 |
3.000,- |
9.000,- |
12.000,- |
|
1980 (Bühnenluke und Speichertreppe)* |
3.000,- |
4.000,- |
7.000,- |
|
1985
(Verstärkung der Wandverkleidung) |
1.000,- |
1.000,- |
2.000,- |
* Der Chronist zählt die Arbeiten auf und erklärt einmal einen Zuschuss des
Bistums von 4.000 DM für Bühnenluke und Speichertreppe; an anderer Stelle heißt
es, die Kosten ?teilten sich Pfarre und Bistum je zur Hälfte? (Seite 126)
3.2 Altenstube
Etwa parallel mit den Arbeiten am Pfarrsaal begonnen, jedoch erst über ein
Jahr später fertig gestellt, wurde rechts hinter dem Pfarrhaus ein Neubau als
Begegnungsstätte für unsere Alten an dieses angebaut und sozusagen in den
Pfarrgarten hineingebaut, die Altenstube, vorgesehen als eine ?Offene Tür? für
die alten Leute, die gemeinsam mit einem gleichzeitig angelegten und schön
ausgestalteten Altengarten am 28. Juni 1967 in Betrieb genommen werden konnte.
| Kosten für Arbeiten an der Altenstube in
DM |
|
Art der Arbeit |
Pfarre |
Bistum |
gesamt |
| Neubau und Gartenanlage |
|
|
43.000,- |
| Renovierung 1978 |
knapp 5.000,- |
|
18.500,- |
3.3 Wochenendhaus in Hauset
In den 60er Jahren mit ihrem beginnenden wachsenden Wohlstand sank
gleichzeitig in den Familien die Zahl der Kinder. Der Wohlstand ermöglichte
schon einigen Familien eine Zweitwohnung, ein Ferienhaus. Unsere Pfarrgemeinde
wollte dieser Entwicklung Rechnung tragen. Also suchte sie ein Ferienhaus, in
dem sich zum Wochenende die Familien mit ihren Kindern treffen konnten. Die
Pfarre suchte und besichtigte über die Jahre über 20 in Frage kommende Objekte
im in- und ausländischen Umland. Das geeignetste Haus wurde ausfindig gemacht in
Hauset, der nahe gelegenen belgischen Grenzortschaft. Das alte Haus war in einem
trostlosen Zustand. Darum war auch die von der Gemeinde Hauset geforderte
geringe Miete (DM 100,- monatlich) für die Pfarre tragbar.
Die Renovierung und Umgestaltung des aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts*
stammenden bäuerlichen Anwesens erwies sich als sehr schwierig. Die Deckung des
Daches und die Anlage einer Sicker- und Klärgrube übernahm die Gemeinde Hauset.
Die weiteren Arbeiten wurden von der Pfarrgemeinde wieder selbst übernommen.
Unzählige Fahrten erfolgten hin und her über die Grenze, in mehr als 10.000
Arbeitsstunden wurde das Haus in eigener Regie renoviert und umgebaut. Dennoch
wurde auch Bargeld gebraucht, insgesamt waren es weit über 30.000 DM.
1968 fand die offizielle Eröffnung statt. Aber erst um 1972 war ein
zweckmäßiges und ansprechendes Ferienhaus entstanden, das mit jedem Jahr schöner
und beliebter wurde. In den Schulferien war es das Haus für Kinder (Tagessatz
6,50 DM). Zum gemeinsamen Wochenende trafen sich Familien, Jugendgruppen und
Arbeitskreise. Auch andere Gemeinden und der Pastoralverband nutzten das Haus.
Das veränderte Freizeitverhalten der Menschen führte schließlich dazu, dass
das Haus nicht mehr ausgelastet und daher wirtschaftlich nicht mehr tragbar war.
Es ging in die Nutzung der Aachener Pfadfinder, des Karlsgaus, über.
* gemeint ist das 19. Jahrhundert
3.4 Jugendheim
Ein Herzensanliegen von Pastor Kicken war die Kinder- und Jugendseelsorge.
daher brachte er schon in seinem ersten Pfarrbrief 1963 als sein ganz wichtiges
anliegen den Wunsch zum Ausdruck, der Jugend Richterichs endlich ein neues
würdiges Heim als eigene Stätte ihrer Begegnung zu schenken. Aber es dauert fast
drei Jahrzehnte, bis dieser Wunsch erfüllt werden konnte. Mit der Eröffnung des
Heims 1992 findet eine ?unendliche Geschichte? ein Ende, die jahrzehntelang
Verantwortliche aus Pfarre, Bistum, Zivilgemeinde und Stadt, Politiker,
Jugendszene und Bevölkerung beschäftigt hat.
Die Vorgeschichte ist lang und komplikationsreich. Es standen mehrere
Konzepte zur Debatte, von denen letztendlich keines realisiert werden konnte. So
wurden zunächst die alte Kaplanei und das alte Küsterhaus renoviert, umgebaut
und zu einem ? vorläufigen ? Jugendheim ausgebaut. Dieses Doppelhaus ist das
älteste Haus unseres Ortes; es wird auf mindestens 450 Jahre geschätzt.
Ursprünglich wollte das Bistum als Besitzer das Gebäude abreißen, änderte aber
seine Pläne und begann 1979 mit der Dach-Reparatur die Arbeiten zur Erhaltung.
Mit viel Mühe und Enthusiasmus übernahm die Pfarrgemeinde wieder viele der
notwendigen Arbeiten in Eigenregie.
Bis zur Schließung des Heims zur Jahreswende 1989/90, als die Vorbereitungen
für den Umbau zu einem neuen, endgültigen Jugendhaus anstanden, war das Haus
voll funktionsfähig und hat die Aufgabe eines ?echten? Jugendheims erfüllt. Dank
dieses Heims ist das Jugendleben in Richterich nie zum Erlahmen gekommen oder
gar ausgestorben, sondern ganz im Gegenteil haben im Laufe der Jahre über 15.000
Jugendliche dieses Heim besucht und genutzt, aber auch selbst verwaltet und
geputzt.
3.5 Schloss Schönau
Schloss Schönau wurde im September 1980 von der Stadt Aachen der Richtericher
Bevölkerung als allgemeiner Treffpunkt zur Verfügung gestellt. Unsere Pfarre
erhob Anspruch auf Nutzung der Räumlichkeiten, eine neue Anlaufstelle in den
Neubaugebieten zu schaffen. Ende 1981 konnte sie die beiden stilgerecht
restaurierten Wohnräume der Barone von Broich links im Erdgeschoß des Schlosses
übernehmen. Sie wurden zweimal wöchentlich den Alten Richterichs als
Begegnungsstätte zugänglich gemacht.
Die Stadt ließ Restaurierungsarbeiten ausführen, und der Pastor stellte die
dazu passende Möblierung zur Verfügung. Pfarre und Pastor entsprachen so den
Vorstellungen des Stadtkonservators, beide Räume wieder in ihrem Glanz erstehen
zu lassen, und dem Wunsch der Bezirksvertretung, sie als Alten- und Leseräume zu
nutzen.
Neben unseren älteren und alten Mitbürgern hat aber auch die Pfarrjugend im
Schloss Schönau Einzug gehalten. Im Anbau des zweiten Obergeschosses links
werden drei kleine Speicherzimmer genutzt; eines davon als Jugendbüro für den
Jugendbeauftragten des Bistums. Auch im Keller des Schlosses stehen drei Räume
für die Jugend zur Verfügung.
Im ersten Stock, im großen Schlosssaal, findet seit 1980 regelmäßig in
ökumenischer Gemeinschaft mit den älteren evangelischen Mitchristen der
Altenkaffee statt. Und der gegenüberliegende Raum schließlich steht für
besondere Gelegenheiten ebenfalls zur Verfügung; hier trifft sich u.a.
wöchentlich der Handarbeitskreis.
3.6 Kindergarten Fassinstraße
Der Kindergarten besteht seit 1953. Schon 1964 waren die Raumverhältnisse so
beengt, dass unbedingt ein Gruppenraum hätte angebaut werden müssen; jedoch die
dazu notwendigen Mittel wurden nicht bewilligt. Stattdessen wurde aber die
gesamte Kindergarteneinrichtung erneuert und im rahmen eines Sonderprogramms mit
Hilfe des Bistums, des Landschaftsverband, des Kreises und der Zivilgemeinde
sind damals alle Räume freundlich gestaltet worden, wobei der Innenanstrich in
Eigenleistung erstellt wurde.
1965 erweiterte man das Freigelände durch Hinzugabe eines Teils des
Pfarrgartens. Wegen der Raumnot musste 1966 eine zweimal tägliche Belegung des
Kindergartens verfügt werden.
Pläne, einen neuen Kindergarten im Neubaubereich Schönau zu übernehmen,
scheiterten. Das Bistum konnte sich nicht entschließen, innerhalb einer Pfarre
die Trägerschaft für zwei kirchliche Kindergärten zu übernehmen, weil es
vielerorts anderswo einen noch viel größeren Bedarf gab.
Mitte der 70er Jahre erhielt der Kindergarten im Zug einer Renovierung
etliches neues Mobiliar. 1988 musste abermals saniert werden. Der neue
Außenanstrich wurde durch eine Elterninitiative in Eigenleistung ausgeführt, die
anderen Arbeiten (Erneuerung der Sanitäranlagen, Elektroinstallationen,
Beleuchtung, Arbeiten am Dach, Innenanstrich, neue Fenster und Türen, äußere
Bodenbeläge und Sandkasten) jedoch wurden extern vergeben.
| Kosten für diese Arbeiten in DM |
| Landschaftsverband Rheinland |
Stadt Aachen |
Bistum Aachen |
gesamt |
| 41.000,- |
21.000,- |
42.000,- |
104.000,- |
Ende 1998 wurde endlich der Antrag auf die seit langen Jahren fällige
Erweiterung des Kindergartens als förderungswürdig anerkannt.
3.7 Bücherei
Die Pfarrbücherei war anfangs in zwei kleinen Zimmern an der Stelle der
heutigen Bühne des Pfarrsaals notdürftig untergebracht. Nach Fertigstellung der
Altenstube (siehe 3.2) fand sie dort ihren Platz.
In den 70er Jahren wurde die Bücherei zeitweise geschlossen, 1976 jedoch
wieder eröffnet. Inzwischen hatte sie beträchtliche Zuwächse erhalten. Die
bisherigen Aufbewahrungsmöglichkeiten in der Altenstube reichten nun nicht mehr
aus, so dass die Pfarrbücherei auf mehrere Stellen und Gebäude unseres
Stadtbezirks verteilt werden musste: Ein Großteil des Lesestoffs wird nach wie
vor in der Altenstube den Familien als Unterhaltungsliteratur zur Verfügung
gestellt; im Schloss Schönau sind die Bücher für Kinder und Jugendliche und eine
Gruppenleiterbücherei untergebracht. Dort befindet sich auch eine Mediothek.
Schöngeistige Literatur sowie nochmals Jugendbücher, Fachbücher und
allgemein-wissenschaftliche Bücher und viele Videofilme stehen außerdem im
Pfarrhaus zur Verfügung. Insgesamt handelt es sich um etwa 6.500 bis 7.000
Bücher.
3.8 Pfarrhaus
Das Pfarrhaus stammt aus dem Jahr 1707 und musste in den vergangenen Jahren
mehrfach restauriert, repariert und modernisiert werden:
| Art der Arbeit |
Jahr |
Kosten |
| Außenanstrich und neues Dach |
1966 |
33.000,-
(vom Bistum
finanziert) |
neue Fenster
verschiedene Reparaturen |
1969 - 1972 |
10.000,-
(vom Bistum
finanziert) |
Modernisierung der Heizanlage-Verteilerstation
(beheizen auch Altenstube und Pfarrsal) |
1979 |
10.000,-
(vom Bistum
finanziert) |
| Erneuerung der Eichenbalken, Restaurieung des Äußeren |
1987 |
143.000,-
(zum größten
Teil vom Bistum finanziert) |
| Erneuerungsarbeiten an Gasheizung und -kessel |
1989 |
24.000,- |
|